Die Stadt Villingen-Schwenningen hat im Jahr 2015 den qualifizierten Mietspiegel vorgelegt, der auf einer Neuerhebung der Daten basiert.

Der vorliegende Mietspiegel 2017 wurde anhand des Verbraucherpreisindexes der Bundesrepublik Deutschland fortgeschrieben und zum Stand 30.09.2017 vom Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen verabschiedet. Er ist vom 01. Dezember 2017 bis zum 30. November 2019 gültig.

Zum Mietspiegel der Stadt Villingen-Schwenningen

Der Mietspiegel in Villingen-Schwenningen
– eine unendliche Geschichte mit gutem Ende

In den 70er und 80er Jahren gab es in Villingen-Schwenningen einen Mietspiegel und damit auch die Vorteile einer brauchbaren Information über das angemessene Mietniveau für die unterschiedlichen Qualitäts- und Komfortstufen bei Mietwohnungen. Voraussetzung dieses Mietspiegels war ein Konsens zwischen Stadtverwaltung und Gemeinderat auf der einen Seite sowie Mieterverein und Haus- und Grundbesitzerverein auf der anderen Seite.

1992 wurde dieser Konsens einseitig vom Haus- und Grundbesitzerverein aufgekündigt und damit der Mietspiegel gekippt.

In den folgenden fast 20 Jahren gab es immer wieder Anläufe, einen neuen Mietspiegel zu erstellen. Aus den Reihen der SPD-Fraktion wurde immer wieder der Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, initiativ zu werden. Der Gemeinderat hat sich meist mit großer Mehrheit hinter diesen Wunsch gestellt. Der alte Konsens von Mieterverein, Haus und Grund, sowie der Stadtverwaltung konnte aber nicht wieder hergestellt werden.

Die Stadt kann nun einen Mietspiegel bei einem Fachbüro in Auftrag geben. Dieses Büro würde in der Stadt die nötigen Daten erheben und einen „qualifizierten Mietspiegel“ erstellen. Die Kosten hätten sich Anfang der 2000er-Jahre auf etwa 30.000 € belaufen. Diese Summe wollte die Stadt in jenen Jahren nicht aufbringen. Es gab wohl Städte, in denen Sponsoren (Banken, Sparkassen, große Wohnbauunternehmen) einen Großteil der Kosten übernommen hatten. Bei einem Gespräch im Frühjahr 2005 hat Oberbürgermeister Dr. Kubon angeregt, auch in VS einen solchen Weg zu versuchen – allerdings ohne Erfolg.

Ab dem Jahre 2007 traf sich der Arbeitskreis „Mietspiegel“, zu dem auch unser Mieterverein gehörte, und entwarf einen Filterfragebogen für die Erhebung eines Mietspiegels. Dies geschah unter der Federführung der Gemeinde, die daraufhin die Erstellung des Mietspiegels in Auftrag gab. Das EMA – Institut für empirische Marktanalysen wurde mit der Erstellung des Mitspiegels beauftragt. Er trat zum 1. November 2011 in Kraft.

Übersicht zur Entwicklung des Mietspiegels in den letzten 30 Jahren:

 

 

1976 Ersterstellung einer Mietwerttabelle durch das Liegenschaftsamt aufgrund einer Abfrage.
Die Mietwerttabelle wurde im Gemeinderat beschlossen. Konsenserklärungen durch Haus- und Grundbesitzerverein und Mieterbund zu dieser Mietwerttabelle.
Vereinbarung einer Fortschreibung, wenn sich der Index für Wohngebäude gegenüber dem Ausgangswert um 13% erhöhen sollte.
1976 Übergang der Zuständigkeit für die Erstellung der Mietwerttabelle auf das Rechtsamt. (Sitz der Geschäftsstelle Gutachterausschuss).
1980 Fortschreibung der Mietwerttabelle von 1976. Gültig bis 31.12.1980.
Konsenserklärung durch Haus- und Grundbesitzerverein und Mieterbund. Beschluss durch Gemeinderat.
1982 Schwierigkeiten bei vorangegangenen Verhandlungen, deshalb erst ab diesem Zeitpunkt Fortschreibung der Mietwerttabelle.
Geltungsdauer: 01.01.1982 – 31.12.1983.
1984 Geltungsdauer: 01.01.1984 – 31.12.1985.
1986 Verlängerung der Mietwerttabelle von 1984 bis 31.12.1986.
1987 Geltungsdauer: 01.01.1987- 31.12.1988.
1989 Geltungsdauer: 01.05.1989 -31.12.1990.
1991 Geltungsdauer: 01.01.1991 -31.03.1992.
1992 seither keine Mietwerttabellen mehr.
2002 Auf der Basis von Erhebungen der Baugenossenschaft „Familienheim“, WBAG und Mieterverein erneuter Versuch, einen Mitspiegel zu erstellen. Dies wurde jedoch vom Haus- und Grundbesitzerverein mit dem Hinweis abgelehnt, die Stadt müsse auf eigene Kosten einen qualifizierten Mietspiegel erstellen.
2006 Offener Brief von Bernd Schenkel an den Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon
2006 11. Mai: Antrag Bernd Schenkel für die SPD-Fraktion auf Erstellung eines Mietspiegels.
17. Oktober: Der Verwaltungsausschuss beschließt die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels und bewilligt 50.000 €.
Ab 2007 Drei Sitzungen des Arbeitskreises Mietspiegel.
2010 – 2011 Verzögerung durch die Arbeiten der städtischen Statistikstelle an der Vorbereitung und Durchführung der Volkszählung.
Juli 2011 Vierte Sitzung des Arbeitskreises Mietspiegel – Es besteht Hoffnung, dass der Mietspiegel Ende 2011 vom Gemeinderat verabschiedet wird und in Kraft tritt.
Oktober 2011 In seiner öffentlichen Sitzung am 19.10.2011 hat der Gemeinderat den Mietspiegel verabschiedet.
Oktober 2013 Der Mietspiegel wird fortgeschrieben.
Oktober 2015 Nach vier Jahren muss ein Mietspiegel auf einer aktuellen Datenbasis neu erarbeitet werden. Diese Aufgabe wurde dem Büro GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung übertragen. Kosten: ca. 80.000 €
11. November 2015 Der Gemeinderat setzt den neuen Mietspiegel zum 1. Dezember in Kraft.
30. September 2017 Der Mietspiegel wurde anhand des Verbraucherpreisindexes der Bundesrepublik Deutschland zum Stand 30.09.2017 fortgeschrieben.
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